Die Sommerhitze ist da – und mit ihr die schwerste Zeit des Jahres für unsere Asthmapferde. Wenn die Luft steht, der Staub fliegt und die Temperaturen steigen, bricht vielen Besitzern von Pferden mit Equinem Asthma das Herz. Das Pferd pumpt, die Flanken arbeiten, und die Sorge wächst.
In meiner Praxis als Tiertherapeutin werde ich oft gefragt: „Ich inhaliere doch schon täglich, füttere staubarm und gebe Zusätze – warum hustet mein Pferd trotzdem?“
Die Antwort liefert uns die aktuelle tiermedizinische Forschung. Studien (u.a. der University of Guelph) zeigen ein erschreckendes Detail: Pferde heizen unter Belastung und bei Hitze 3- bis 10-mal schneller auf als wir Menschen. Um sich abzukühlen, müssen Pferde ihre Atemfrequenz hochfahren – das ist ihre natürliche Thermoregulation. Und genau hier schnappt die Falle zu: Ein Asthmapferd hat verengte, verschleimte Bronchien. Es versucht, schneller zu atmen, um sich zu kühlen, muss dabei aber gegen einen massiven Widerstand ankämpfen. Diese extreme Muskelarbeit der Hilfsatemmuskulatur erzeugt noch mehr innere Wärme. Das Pferd gerät in einen gefährlichen Teufelskreis aus Atemnot und drohender Überhitzung.
Zusätzlich wissen wir heute, dass beim sogenannten Summer Pasture-Associated Equine Asthma (SPA-SEA) durch die Trockenheit winzigste Pilzsporen und Pollen tief in die Lungenbläschen gelangen und dort akute Entzündungen befeuern.
Deshalb dürfen Inhalieren und Futterzusätze in dieser Phase niemals die einzigen Säulen sein. Wir müssen das Inhalieren mit einem ganzheitlichen Trainings- und Datenmanagement verknüpfen!
Das ganzheitliche Trainings- und Atemtriage-Tagebuch: Dein neuer Kompass
Ein akuter Schub kommt selten völlig aus dem Nichts. Das Pferd sendet uns Signale – wir müssen sie nur lesen, dokumentieren und unsere Therapie sowie das Training flexibel anpassen. Mein wichtigster Rat an dich in diesem Sommer: Schreibe ein kombiniertes Atem-, Inhalations- und Trainingstagebuch.
Es geht hierbei um das exakte Tracken des Gesundheitszustandes im Verhältnis zu deinen Therapiemaßnahmen, der Hitze und der Bewegung.
So nutzt du das Tagebuch als Trainings- und Therapiesteuerung:
- Der Check vor dem Start: Zähle jeden Tag die Atemzüge deines Pferdes im Ruhezustand vor der Arbeit und beurteile den Allgemeinzustand.
- Die Entscheidung: Zeigt dein Pferd eine deutliche Bauchatmung (Dampfrinne) oder eine stark erhöhte Atemfrequenz in Ruhe? Dann ist intensives Training heute absolut tabu! Die Lunge kämpft bereits mit der Hitze. Heute stehen stattdessen dein Inhalations-Programm (um die Atemwege zu befeuchten), reine Schrittarbeit und die lösenden Übungen auf dem Plan, die ich dir für dein Pferd gezeigt habe.
- Der Check nach der Belastung: Dokumentiere penibel, wie sich die Atemfrequenz nach der Bewegung verhält. Wie schnell beruhigt sich die Atmung wieder? Geht sie zügig auf den Ruhewert zurück oder pumpt das Pferd noch lange nach, weil es seine Körpertemperatur nicht runterregeln kann?
Durch dieses genaue Tracken der Daten vor und nach dem Arbeiten siehst du schwarz auf weiß, wie effektiv das Inhalieren wirkt, ob dein Pferd aktuell überhaupt trainiert werden kann und welche Belastung es gut verträgt.
Mein ganzheitlicher Ansatz für dein Pferd
Equines Asthma ist eine Systemerkrankung, die den gesamten Organismus erschöpft. Deshalb setze ich in der Therapie auf ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Säulen, die Hand in Hand mit deinem Tagebuch gehen:
- Inhalationstherapie: Unverzichtbar, um die Bronchien zu befeuchten, festsitzenden Schleim zu verflüssigen und Entzündungen direkt vor Ort zu lindern. Und dies reicht oft schon mit reiner Kochsalzlösung.
- Physiotherapie, Massage & Dehnungen: Weil die Pferde so stark gegen den Widerstand anpumpen müssen, ist die Hilfsatemmuskulatur (Hals, Zwischenrippenräume, Zwerchfell) massiv verspannt und schmerzt. Gezielte Griffe und Dehnungen nehmen den Druck, erleichtern das Durchatmen und helfen mechanisch beim Abhusten.
- Laserakupunktur & Craniosacraltherapie: Diese sanften Techniken regulieren das gestresste, vegetative Nervensystem, wirken entzündungshemmend und unterstützen die zelluläre Regeneration.
- Individuelle Trainingsanleitung: Bewegung ist wichtig für die Lunge – aber eben nur im richtigen Maße und angepasst an die Tagesform und den Hitze-Index (Stichwort: Tagebuch!).
- Hochwertige Unterstützung von innen: Neben dem Haltungsmanagement setze ich auf die Wissenschaft von EQX (EQX.vet). Ihr Atemwegsprodukt setzt genau dort an, wo der Pferdekörper im Sommer Hilfe braucht: Es unterstützt die Selbstreinigung der Bronchien und stärkt das Immunsystem auf zellulärer Ebene.
Schau genau hin!
Du bist dir unsicher, wie genau die Bauchatmung aussieht, wie du die Atemfrequenz im Verhältnis zur Hitze richtig deutest oder welche Übungen an „Schritt-Tagen“ helfen? Kontaktiere mich und ich begleite dein Pferd und dich.
Lass uns diesen Sommer Inhalation, Futter und Training datenbasiert aufeinander abstimmen, um dein Pferd ganzheitlich zu schützen.