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Sensibilisierung und Desensibilisierung beim Pferd

Sensibilisierung heisst: Wir haben unsere Pferde auf einen Reiz sensibilisiert, sprich es reagiert umso empfindlicher auf eine Situation bzw. einen Reiz. Ursache für diesen Zustand ist die insgesamt gesteigerte Erregung des Pferdes.

Beispiel – der Traktor der vorbeifährt. In der Vergangenheit hat das Pferd irgendwann gelernt, dass der Traktor eine Gefahr ist und flüchtet.

Desensibilisierung heisst nichts Neues lernen sondern nur etwas verlernen. Die Reaktion auf einen ganz bestimmten Reiz.

Beispiel – Fahrradfahrer. Das Pferd hat in der Vergangenheit gelernt, dass ein Fahrradfahrer eine Gefahr ist. Wenn ein regelmässiges geduldiges Training mit vielen Wiederholungen umgesetzt werden kann, ohne das Pferd in einen Erregungszustand zu bringen, lernt das Pferd nachhaltig. Die Desensibilisierung setzt ein und das Pferd reagiert nicht mehr darauf.

Bei der Desensibilisierung sollte man generell immer mit einer niedrigen Reizstärke beginnen und sie dann erst steigern, wenn das Pferd sich sicher ist und keine Angst vor dem neuen Erlebnis hat. Thema Wiederholung.

Oftmals schleichen sich Fehler ein. Und unbewusst kommt es oft zu Sensibilisierungen!

Auch sehe ich im Alltag sehr viele Menschen, die mit einem enorm hohen Reiz versuchen ein Pferd zu desensibilisieren. Trotz Domestizierung unserer Pferde heisst es nicht, dass wir deshalb eine Desensibilisierung „einfach so mal schnell“ trainieren können. Es benötigt in der Pferdeausbildung viel Ruhe, Geduld und individuelles Training.